Zeitungsartikel im NWZonline

Branche: Windenergie

Damit Offshore-Anlagen sicher auf Seereise gehen

 

Nordenhamer Metallbaufirma Maas fertigt zunächst acht Transportgestelle – Aufträge aus Bremerhaven

Es handelt sich um spezielle Schweißbaukomponenten. Damit können 30 Meter lange Turmsegmente verschifft werden.

Autor: Horst Lohe

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In der Produktionshalle der Nordenhamer Metallbaufirma Maas: Offshore-Transportgestelle werden gefertigt. Bild: Horst Lohe

Nordenham.

Die Siegfried Maas GmbH ist jetzt in die Fertigung von Transportgestellen für die Errichtung von Offshore-Windparks eingestiegen. Das Nordenhamer Stahl- und Metallbau-Unternehmen agiert seit 30 Jahren auch auf dem internationalen Markt und beschäftigt zurzeit 30 Mitarbeiter. Bis Anfang August liefert Metallbau Maas insgesamt acht Gestelle aus, die beim Transport von Turmsegmenten eingesetzt werden.

Auftraggeber ist die Areva Wind GmbH in Bremerhaven, die Windenergieanlagen für Offshore-Projekte herstellt. Das im Jahr 2000 gegründete Unternehmen entwickelt und fertigt in Bremerhaven die Offshore-Windenergieanlage M 5000 (mit einer Nennleistung von 5 MW).

Weil Windenergie insbesondere im Offshore-Bereich ein unverzichtbarer Baustein zum Gelingen der Energiewende nicht nur in Deutschland ist, dürften weitere Aufträge gleichen Umfangs zu erwarten sein. Entsprechende Anfragen liegen der Nordenhamer Firma Siegfried Maas GmbH bereits vor.

30 Meter lange Teile

Bei den von Metallbau Maas gefertigten Schweißbaukomponenten handelt es sich um Gestelle, die zum Transport von 30 Meter langen Turmsegmenten für Offshore-Windenergieanlagen eingesetzt werden.

Die Turmsegmente haben ein Stückgewicht von bis zu 400 Tonnen und werden in senkrechter (stehender) Anordnung transportiert. Das Eigengewicht der Gestelle ist daher mit etwa 25 Tonnen entsprechend dimensioniert.

Die Baugruppe ist – so ist weiter von den beiden Firmen zu erfahren – auch zum Einsatz auf dem im August 2012 in Dienst gestellten modernsten Errichterschiff seiner Bauart, der „Innovation“, konzipiert. Mit einem Arbeitsdeck von etwa 3400 Quadratmetern und einer Zuladung von 8000 Tonnen finden auf diesem Installationsschiff im Extremfall etwa 20 Turmsegmente mit Transportrahmen Platz für ihren Weg zur Baustelle auf hoher See.

Dort angekommen, kann das Schiff im bis zu 50 Meter tiefem Wasser operieren. Dazu werden die vier Hubbeine ausgefahren und anschließend der Bordkran in Betrieb genommen. Mit einer Auslegerlänge von 105 Metern bei einer Auslage von 31,5 Metern und einem maximalen Hubgewicht von 1500 Tonnen lassen sich dann die 30 Meter langen Turmsegmente zuverlässig an ihren Bestimmungsort bewegen.

Bedingt durch die hohen statischen und dynamischen Lasten, die beim Seetransport auftreten, stellt nach Firmenangaben die fachgerechte Ausführung der großdimensionalen Transportrahmen hohe Anforderungen an das Material und auch an das ausführende Unternehmen.

Wie ernst das gemeinsame Bestreben um die Realisierung von zuverlässigen Transportmitteln für rauesten Einsatz auf See ist, spiegele sich in der Tatsache wider, dass mit Beginn der Fertigung in Nordenham sämtliche Arbeiten sowohl vom Germanischen Lloyd als auch von Qualitäts- und Schweißfachingenieuren des Auftraggebers regelmäßig begleitet werden.

Lückenlos dokumentiert

Mittlerweile gehörten eine lückenlose Dokumentation wie Schweißfolgeplan, Arbeits- und Fertigungsanweisungen und auch sämtliche Material- und Prüfzeugnisse zum Lieferumfang des auf den ersten Blick unspektakulär erscheinenden Bauteils.

Die Firma Siegfried Maas GmbH Stahl- und Metallbau konnte sich als zertifiziertes Schweißfachunternehmen mit allen erforderlichen Schweißnachweisen für diese außergewöhnliche Aufgabe qualifizieren.

Das Nordenhamer Unternehmen möchte damit einen nachhaltigen Beitrag zur Fortschreibung der erfolgreichen deutschen Offshore-Entwicklung und letztendlich auch zum Gelingen der Energie-wende leiste